CineZone: Mr. Stallone, Ihr neuer Streifen macht an den Kinokassen mächtig Lärm. Wie lautet Ihr Erfolgsgeheimnis? Sylvester Stallone: Alles, was ich wollte, war eine Riege starker Männer, von denen jeder einzelne eine eigene Identität, eine eigene Karriere und eine eigene Fanbase mitbrachte. Mit dieser geballten Kraft wollten wir dann etwas erschaffen, was die heutige Generation noch nie zuvor gesehen hat. Wir wollten zurück zu den echten Helden aus Fleisch und Blut, und zwar mit versammelter Mannschaft. Um was genau geht es dabei? Zum einen handelt der Film von einer Söldner-Truppe, die sich auf einem beschwerlichen Weg zu einer Insel befindet. Zum anderen thematisieren wir die korrupten Machenschaften der CIA in Washington D.C. Infolgedessen war es ein ewiges Hin und Her zwischen diesen beiden doch sehr verschiedenen Szenarien. Aber in erster Linie geht es doch um pure Action, oder nicht? Für mich geht es in erster Linie um mein Lieblingsthema: Wiedergutmachung. Jeder von uns bereut doch irgendetwas in seinem Leben und wünscht sich, er könnte die Zeit zurückdrehen, um es anders zu machen. Damit die Action auch beim Zuschauer funktioniert, benötigte die Geschichte also einen Berührungspunkt, einen greifbaren Konflikt. Und der fängt fast immer dort an, wo man den Menschen hinter dem Krieger sieht, seine Probleme. Bei Rocky war das ähnlich. Nur deshalb mochten ihn die Leute. Und wie haben Sie diese subtile Ebene als Autor in die Geschichte mit eingebracht? Indem es Szenen gibt, in denen man die Menschen sieht, wenn sie gerade nicht kämpfen. Das war bei weitem der schwierigste Part, doch genau damit kann sich das Publikum jetzt am meisten identifizieren. War das Schreiben dieser Geschichte ein langwieriger Kampf? Es müssen Ihnen bei diesem Ensemble ja ganz schön viele Agenten hineingeredet haben. Soviel kann ich Ihnen verraten: das Drehbuch zu „Rocky“ basierte auf rund 20 Entwürfen, diese Geschichte auf etwa 120. Das lag sicherlich auch daran, dass die Schauspieler ein paar geistreiche Veränderungsvorschläge hatten. Sie haben das wirklich ganz alleine geschrieben und permanent neu überarbeitet? Um ehrlich zu sein, habe ich das Drehbuch später einem schreibtalentierten Freund von mir in die Hände gedrückt und gesagt: kürze, was du für nötig hältst und kreiere bitte anständige und glaubwürdige Freundschaften zwischen diesen harten Kerlen. Ich bin nämlich nicht der Typ, der in einem Büro herumsitzt und an einem Skript herumfeilt. Sie hatten ja sicherlich auch alle Hände voll damit zu tun, all die Stars für den Film zu verpflichten. Wie haben Sie Bruce Willis, Mickey Rourke, Jason Statham und all die anderen von Ihrem Vorhaben überzeugt? Sobald diese Kerle eine Geschichte vor sich haben, mit der sie sich identifizieren können, sind sie sofort und bedingungslos mit von der Partie. Es werden schließlich nicht viele solcher Filme gemacht, in denen diese Männer zeigen können, zu was sie wirklich fähig sind. Auch wenn uns die Arthritis zu schaffen macht, steckt in uns allen nämlich immer noch dieser jugendliche Elan, der nach dieser Herausforderung schreit. Das haben wir alle gemeinsam. Wieso hatten die Actionstars der 80er und 90er Jahre mehr Muskeln als heutige Superhelden? Wir sind in einer Generation aufgewachsen, in der man den Muskeln beim wachsen förmlich zusehen konnte. Denken Sie zum Beispiel nur einmal an Kirk Douglas in „Die Wikinger“: er war einer der Vorreiter auf diesem Gebiet. Viele Männer in den 50er, 60er und 70er Jahren traten der Armee bei und kamen mit trainierten Körpern zurück. Wir Schauspieler brachten uns dem Zeitgeist entsprechend in Höchstform. Es war damals schlichtweg realistisch, so auszusehen. Und dann kam plötzlich Arnold Schwarzenegger und legte die Messlatte in fast unerreichbare Höhen. Ich meine, es ist schon schwierig genug mit einem Kirk Douglas in Konkurrenz zu treten, aber nun mussten wir gegen Mr. Olympia antreten. Es wurde zu einer Art Wettbewerb unter Kollegen, der seinen Höhepunkt mit „Rocky 3“ erreichte. |












