Von „Schindlers Liste“ bis „Star Wars“, von „Rob Roy“ über „Les Misérables“ bis „Batman“ - das Spektrum des Liam Neeson ist so breit gefächert wie bei kaum einem anderen Darsteller. Der nordirische Schauspieler verbindet Kunst und Kommerz mit grandioser Leichtigkeit und wird von den ganz großen Regisseuren von Woody Allen bis Martin Scorsese besetzt. Im vorigen Jahr verlor Neeson seine langjährige Ehefrau Natasha Richardson, die nach einem Skiunfalls starb. Dennoch steht er unermüdlich vor der Kamera. Nach seinem intimen IRA-Drama „Five Minutes of Heaven“ von Oliver Hirschbiegel kommt er nun im pompösen Action-Spektakel „Das A-Team“ ins Kino, der Verfilmung der gleichnamigen Kultserie aus den 80er Jahren. Mit dem Schauspieler unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

CineZone: Mr. Neeson, kaum ein Schauspieler wechselt von Kunst zu Kommerz so häufig wie Sie – worin liegt der Reiz für Sie? 

Liam Neeson: Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich darauf antworten soll. Ich bin einfach gerne Schauspieler. Mein Ansatz ist derselbe, ob bei Oliver Hirschbiegel oder bei diesem Film. Da gibt es die Figur und es gibt es das, was diese Figur tun soll. Darauf konzentriere ich mich ganz einfach.

Es ist derselbe Ansatz, gibt es auch dieselbe Befriedigung bei diesen unterschiedlichen Rollen?

Die Befriedigung ist tatsächlich ziemlich ähnlich. Natürlich ist es immer schön, einen kleinen unabhängigen Film zu drehen, der vielleicht etwas bedeuten könnte und auf Filmfestivals gezeigt wird. Es ist ja schon großartig, dass diese Art von Kino in diesen finanziell schwierigen Zeiten überhaupt noch gedreht werden. 

Wie steht es um den „Jungs mögen Spielzeug“-Faktor in einem Actionfilm wie diesem?

In Sachen Schauspiel gibt es den „Jungs mögen Spielzeug“-Faktor bei solch einem Film sicherlich. Aber was die Arbeit anlangt, ist das alles andere als ein Zuckerschlecken. Es waren lange und harte Drehtage und das dreieinhalb Monate lang. Doch Team und Crew waren eine eingeschworene Gruppe mit großem Zusammenhalt, dadurch hat die Arbeit wirklich Spaß gemacht.  

Bei „96 Hours“ sagten Sie vor zwei Jahren, das wäre der Beginn Ihrer neuen Action-Karriere.  Was gefällt Ihnen an diesem Genre?

Ich bekam das Angebot zu „96 Hours“, nachdem ich Luc Besson, den Produzenten, in China getroffen hatte. Ich habe seine Arbeiten immer bewundert und erzählte ihm, dass ich gerne einmal eine Rolle bei ihm spielen würde. Er meinte, zufällig habe er gerade einen Film für mich. Ich habe also mit dem Training begonnen, habe ein paar Boxhiebe gelernt und es wurde eine wunderbare Erfahrung, Action war wie eine Katharsis für mich. Wegen des Erfolgs bekam ich dann wohl das Angebot fürs „A-Team“.



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