Ohne Zweifel gehört Jessica Biel zu den zierlichsten Schönheiten der Traumfabrik. In der Kinoversion der 80er Jahre Serie „Das A-Team“ spielt die 28-jährige Langzeitfreundin des Pop-Sängers Justin Timberlake nun eine knallharte Soldatin – und beschließt auch beruflich, die Bandagen anzuziehen: mit einer frisch gegründeten Produktionsfirma will sie ihr Image besser kontrollieren und das ausmerzen, was ihr seit einiger Zeit ordentlich gegen den Strich geht: der Mangel an starken Frauenrollen.

CineZone: Ms. Biel, das „Das A-Team“ ist ein klassischer Action-Film für Jungs, Sie spielen die einzige Frau. Was hat Sie so sicher gemacht, dass daraus nicht eine Bikini-Rolle wird?

Jessica Biel: Ich habe dem Regisseur Joe Carnahan da einfach vertraut. Er versprach mir eine starke Frauenrolle – und die habe ich schließlich auch bekommen.

Was genau haben Sie sich denn gewünscht?

Eigentlich im Wesentlichen das, was man auch im Film sieht: eine Frau, die in einem Haufen Militärknochen einen beinharten Job hat und sich durchsetzen muss. Gleichzeitig sollten aber hier und da auch die Unsicherheiten herauskommen, die wir Frauen ja irgendwo alle haben. Deshalb verwirrt Sie ihr Ex-Freund zum Beispiel auch so. Ich wollte, dass sie trotz all der Action menschlich wirkt.

Als die Popularität der Fernsehserie in den Achtziger und Neunziger Jahren Ihre Hochphase erreichte, waren Sie noch ein kleines Kind. Haben Sie „Das A-Team“ damals trotzdem gesehen?

Nein, aber nur, weil ich dafür wirklich noch zu jung war. Außerdem bin ich in einer Familie aufgewachsen, in der Fernsehen nahezu nicht existierte. Aber es hätte mir sicher gefallen: ich mag solche Sachen ja.

Sie wurden im zarten Alter von 14 Jahren mit der TV-Serie „Eine himmlische Familie“ berühmt. Was hat bei Ihnen den Wunsch nach der Schauspielerei geweckt, wenn der Stellenwert des Fernsehers bei Ihnen zuhause so gering war?

Ich interessierte mich für Gesang - und um in Musicals auftreten zu können, musste ich eben Schauspielen. Irgendwann bemerkte ich dann, dass ich einfach gerne Leute unterhielt. Meine Vorbilder kamen aber nicht so sehr aus dem TV-, sondern eher aus dem musikalischen Bereich. Bis ich bei „Eine himmlische Familie“ unterkam, bewunderte ich zum Beispiel Whitney Houston.

Sie spielten über Jahre in der Serie mit, bevor Sie irgendwann vollends auf große Kinofilme umstiegen. Wieso vermeiden Sie trotz Ihres Erfolgs, regelmäßig in romantischen Komödien mitzuspielen? In Hollywood gilt das Genre bei Frauen Ihres Alters doch als wahre Geldmaschine.

Es ist schwierig, eine romantische Komödie richtig zu machen. Junge trifft Mädchen, Junge verliert Mädchen, Junge gewinnt Mädchen zurück – mir ist das irgendwie zu platt. Meistens ist die Geschichte einfach nicht gut genug. Dazu kommt, dass ich mich selbst als nicht wirklich lustig bezeichnen würde. Ich habe da schon Selbstzweifel, ob ich das richtig kann.

Sind Sie denn wenigstens romantisch?

Sehr romantisch sogar – aber eben auch unkomisch (lacht). Obwohl ich zugeben muss, dass ich mit zunehmendem Alter auch selbstbewusster werde, was Komik vor der Kamera angeht. Nur das Drehbuch muss eben auch stimmen.

Sie befinden sich für Hollywood im besten Alter. Wie gehen Sie damit um, regelmäßig in großen Blockbustern mitspielen zu müssen, um Ihren Marktwert oben zu halten?

Man muss da einfach eine Balance zwischen großen Filmen für den Geldbeutel und kleinen Filmen fürs Herzen finden. Ich persönlich mag ja eher die kleinen Filme lieber, die wenig Geld kosten – aber viele, die ich von der Sorte gemacht habe, sind manchmal gar nicht erst ins Kino gekommen. Also trifft man irgendwann auch ganz klare Geschäftsentscheidungen.

Sie haben vor kurzem eine eigene Produktionsfirma gegründet, mit der Sie überwiegend Filme produzieren wollen, in denen Sie auch mitspielen. Ist das ein kühl durchdachter Schritt, um in Zukunft etwas mehr Kontrolle darüber zu haben, in welche Box man Sie steckt?

Einerseits wollte ich sicherlich etwas mehr Kontrolle. Andererseits wollte ich einfach auch gerne mal mein eigenes Material entwickeln und nicht auf den Anruf meines Agenten warten zu müssen, der mir dann vage ein Projekt in Aussicht stellt, für das ich dann manchmal auch nur eventuell in Frage komme. Es gibt einfach zu wenig starke Frauenrollen – und daran will ich arbeiten. Außerdem musste ich mir irgendwann ja auch die Frage stellen, ob ich für immer und ewig nur Schauspielerin bleiben will.



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