CineZone: Ihr Film startet am 29. Juli gegen „Toy Story 3“ und „Inception“ in den Kinos – wie groß ist Ihre Angst vor der Konkurrenz vor Leonardo DiCaprio und Co.? Dietrich Brüggemann: Das ist nicht unbedingt unsere Konkurrenz. Diese Filme laufen ja in den großen Multiplexen und sprechen ein ganz anderes Publikum an. Ich bin selber ganz gespannt auf „Inception“, der Trailer sieht immerhin bombastisch aus. Für den ersten Kinofilm die Königsdisziplin Komödie zu wählen ist nicht unbedingt typisch, Wim Wenders hat sich bis heute nicht daran gewagt – was machte Sie so selbstsicher? Wir haben das nicht gewählt, es ist uns nebenbei passiert. Ich würde unseren Film nicht so sehr als Komödie bezeichnen, auch nicht als Tragikomödie, eher als lustige Tragödie. Es gibt viele komische Situationen, im Kern geht es jedoch um etwas Ernstes. Darum, wie man sein Leben unter Zwang gestaltet. Keiner unserer drei Helden macht das, was er eigentlich möchte und dennoch versucht jeder, ein bisschen Spaß im Leben zu haben. Warum sind Behinderte im Kino entweder Autisten oder Rollstuhlfahrer? Die meisten Behinderten im Kino sind querschnittsgelähmt, weil die einfach am leichtesten darzustellen sind. Viele dieser Filme finde ich nicht so überzeugend, häufig spürt man, dass das Thema für den Filmemacher selber etwas Fremdes oder Exotisches ist, dann sind sie oft unnötig behutsam und trauen sich nicht genug. Oder sie sind im Gegenteil so überzogen zynisch, dass man irgendwann das Interesse an den Menschen verliert. Welche Rolle spielt das Thema Sex und Behinderte für Sie? Wir wollten das bewusst zeigen, gerade weil andere Filme da meistens vorher wegblenden. Es ist für unseren Protagonisten ein zentrales Problem, also muss es uns auch interessieren. Allerdings muss ich dann mit ihm auch dahin gehen, wo es am peinlichsten ist. Peinlichkeit ist eine große Kraft im Film, denn hinter ihr verbergen sich Wahrheit und menschliches Mitgefühl. |












