Sie sind bekannt dafür, sich vom glamourösen Hollywoodleben fernzuhalten. Hilft Ihnen das in gewisser Weise dabei, Independent-Regisseure davon zu überzeugen, dass Sie der Richtige für den Job sind? Ich bin mir nicht sicher, ob es da wirklich eine Verbindung gibt. Es gibt Leute, denen dieser Lifestyle gefällt und die trotzdem tolle Filme drehen. Ich bin nun mal kein großer Fan davon, verurteile aber auch niemanden, der einen anderen Ansatz hat. Bei gewissen Rollen kann ein großer Bekanntheitsgrad natürlich auch von Vorteil sein... In manchen Fällen ist es sogar von riesigem Vorteil, wenn ständig über einen geschrieben wird. Große Blockbuster brauchen große Stars, die jeder kennt. Ich habe es allerdings immer geschafft, konstant zu arbeiten, auch als ich noch nicht berühmt war. Apropos Arbeit: Sie spielen demnächst in dem US-Remake des deutschen Films „Das Experiment“ die Hauptrolle. In dem Film geht es darum, dass Menschen ihre Moralvorstellungen in Extremsituationen über Bord werfen, um zu überleben. Ich finde die Thematik, mit der sich der Film beschäftigt, höchst interessant. Es ist wirklich erstaunlich, wozu Menschen, die eigentlich richtige moralische Werte haben, im Stande sein können. Wenn man lange genug manipuliert und provoziert wird, schreckt man ab einem bestimmten Grad auch vor Gewalt nicht mehr zurück. Es steckt also in jedem von uns eine gewalttätige Seite? Selbst wenn es etwas weit hergeholt erscheint: aber in in jedem von uns steckt wohl eine gewisse Gewaltbereitschaft. Sie gelten als großer HipHop-Fan: stimmt es, dass Sie sogar planen, ein eigenes Album aufzunehmen? Das Album ist leider schon seit längerer Zeit auf Eis gelegt. Ich mache weiterhin Musik, allerdings hatte ich die letzten Jahre weder genug Zeit noch Disziplin, um ein Album aufzunehmen, mit dem ich zufrieden bin. Ich habe als Schauspieler nun mal ziemlich viel zu tun und hoffe, dass ich in Zukunft auch noch anderen künstlerischen Interessen nachgehen kann. Sehen Sie sich eher als Musikproduzent oder als Songwriter? Ich bin kein begnadeter Lyriker, deshalb konzentriere ich mich lieber gleich auf das wirkliche Musizieren. |












