Sie haben Philosophie studiert – ist das eine gute Ausbildung für Regisseure?

Das kann schon nützlich sein. Das Faszinierende an der Philosophie ist, dass sie einen dazu zwingt, Fragen zu stellen und über Konsequenzen nachzudenken – das ist für Geschichtenerzähler ein sehr gutes Handwerkszeug. In „Gertie“, dem Computer in „Moon“ stecken beispielsweise viele Dinge, die ohne philosophischen Hintergrund längst nicht so spannend wären.

Weshalb heißt ihr sprechender Computer ausgerechnet „Gertie“? Gibt es dazu ein Geheimnis, wie einst bei „HAL“ in  Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“, aus dem sich beim weiterbuchstabieren „IBM“ ergibt?

Irgendjemand hat darauf hingewiesen, dass das kleine Mädchen aus „E.T.“ auch Gertie heißt, aber das ist reiner Zufall.  Es gibt keinen vernünftigen Grund. Wir hatten einmal ein Akronym, wofür die Buchstaben GERTIE stehen, aber das war nicht ganz überzeugend. Am Schluss hat uns einfach der Klang des Wortes gefallen. Der Name klingt harmlos und vertrauenerweckend – es tut mir leid, wenn sich manche Zuschauer über die mögliche Bedeutung den Kopf zerbrechen.

Welche Rolle haben die Anspielungen auf andere Filme für Sie?

Es gibt Referenzen zu fünf Filmen, die ganz einfach die Top5 unserer Sciencefiction-Lieblinge sind: „2001“, „Blade Runner“, „Lautlos im Weltraum“, „Outland“ und „Alien“. Wir wollten ein bisschen versuchen, mit „Moon“ den fehlenden sechsten Film in dieser Reihe zu machen. 

Wie steht es um „Der Mann der vom Himmel fiel“, in dem David Bowie die Hauptrolle spielt?

Der Film hat uns nicht großartig beeinflusst. Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meinem Vater und bin ihm dankbar, dass er mein Interesse fürs Kino geweckt hat. Er hat mit mir damals viele großartige Filme angesehen, darunter „2001 – Odyssee im Weltraum“, „Solaris“ oder „Uhrwerk Orange“. Er hat mich ebenso für Literatur und Musik begeistert – seine eigenen Arbeiten haben mich allerdings nie besonders interessiert.

Sie sind kein David Bowie-Fan?

Überhaupt nicht. Die Musik meines Vaters hat mich nie interessiert. Die meisten Kinder finden das Werk ihrer Eltern nicht besonders cool. Für mich war damals jeder andere cooler als mein Vater.   


Moon

zurück in der zukunft
Von captain cloude am 02.10.2010 um 23:07 Uhr


intelligentes zukunftsmärchen über die kreativen wahnvorstellungen von gierigen globalrettern
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