Er ist der Sohn von David Jones, besser bekannt unter dem Künstlername Bowie. Nach Philosophiestudium, Werbekarriere und Filmschule präsentiert Duncan Jones nun mit dem nachdenklichen Sciencefiction-Drama „Moon“ sein faszinierendes Regiedebüt. Die Kritiken sind einhellig euphorisch wie sonst nur selten, im internationalen Festivalzirkus wird „Moon“ gefeiert. Mit dem 39jährigen Regisseur unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

CineZone: Sie sind in Berlin aufgewachsen und haben in der Schweiz das Internat besucht – können wir uns auf Deutsch unterhalten?

Duncan Jones: Leider nein. Ich lebte nur zwei Jahre in Berlin, das bisschen Deutsch von damals habe ich längst vergessen. Mein Internat in der Schweiz war in Lausanne, wo man französisch spricht. Aber demnächst will ich Deutsch lernen. Auf meinem Schreibtisch liegt schon ein großer Software-Sprachkurs - das wird meine nächste Mission. Mein nächster Film wird ein „Blade Runner“ in Berlin.

Warum geht es darin?

Ich möchte noch nicht zu viel darüber verraten. Nur soviel: Es ist ein Thriller, der im Berlin der Zukunft spielt und von einem Barkeeper handelt, der ins Chaos stürzt. „Blade Runner“ war ein „Film Noir“ im futuristischen Los Angeles – diese Elemente wollen wir für Berlin übernehmen.

Woran liegt es, dass es so gut wie keine schlechten Kritiken zu „Moon“ gibt?

Das liegt wohl daran, dass Sie im Internet nicht so intensiv gesucht haben wie ich – es gibt durchaus schlechte Kritiken. Aber stimmt schon, mein Produzent, mein Team und ich waren völlig begeistert, als wir die ersten Reaktionen hörten. Wir waren bis zur letzten Minute so intensiv mit dem Film beschäftigt, dass wir uns gar keine großen Gedanken über die Akzeptanz gemacht haben. 

Gibt es ein Bedürfnis nach Sciencefiction, das nicht nur Effekte bietet, sondern existentielle Fragen stellt?

Auf alle Fälle gibt es ein Publikum für diese Art von Kino. Wobei ich es schöner finde, wenn solche Fragen nach dem Sinn des Lebens im Hintergrund bleiben und nicht mit angestrengten Metaphern vorgetragen werden. Das Wort „Kunst“ sollte man im Kino tunlichst vermeiden, davon werden die Zuschauer nur abgeschreckt.


Moon

 
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