CineZone: Wie haben Sie reagiert, als man Ihnen anbot, einen Dokumentation über die „Doors“ zu machen? Tom DiCillo Ich bekam einen Anruf der Produzenten, die mir eine Dokumentation mit altem Material über die Wie viel Material haben Sie sich bei der Vorbereitung angesehen? Ich habe mir zehn Stunden am Tag altes Material angesehen, und das drei Wochen lang. Danach war mir klar, dass ich mich ausschließlich auf dieses reichhaltige Material stützen wollte und auf die üblichen Interviews mit Zeitzeugen verzichte – selbst die „Doors“ von heute kommen nicht zu Wort. Die Geschichte der „Doors“ ist eine amerikanische Tragödie und bieten jenen Stoff, den das Kino braucht. Es geht um Macht, um Sex, um Prominente und um das Scheitern. Wie standen die Familie von Morrison und die Bandmitglieder zu diesem Projekt? Familie und Band standen von Anfang an hinter diesem Projekt. Mein Ziel war, den ganzen Staub und all die Mythen wegzublasen, die es um diese Person gibt. Ich wollte Jim Morrison so zeigen, wie er wirklich war. Der Film soll ihn nicht romantisieren und er soll ihn nicht beurteilen. Dieses Konzept hat den Angehörigen durchaus gefallen. Haben Sie nach Ihrer intensiven Recherche ein neues Bild von der Legende Morrison bekommen? Ein Schlüsselerlebnis für mich war ein Essen mit Jims Schwester Anne. Dabei fragte ich, was die Ursache für das Trinken von Jim war. Und sie antwortete: „Die Ursache ist einfach: Jim war ein Alkoholiker.“ Das war damals nur wenigen bekannt, aber Jim hatte schwer unter dieser Krankheit zu leiden. Das macht ihn für mich umso mehr zu einer tragischen Figur. Ich habe deshalb kaum Verständnis für Fans, die mit einer Flasche Whiskey in der Hand lallen: „Morrison lebt!“. Wie ist die Reaktionen der Band-Mitglieder auf Ihren Film? Ich habe der Band vorab unterschiedliche Versionen gezeigt, um durch ihre Kommentare ein möglichst wahrhaftiges Bild zu zeigen. Alle waren der Meinung, dass dieses Porträt den Geist ihrer Band sehr gut illustrieren würde. Besonders gefiel ihnen, dass wir zeigen, dass diese Band aus vier talentierten Leuten bestand – die alle gemeinsam für den Erfolg wichtig waren. Wären diese Erfolg der „Doors“ heutzutage auch möglich? Wenn man sich umschaut, was heutzutage alles möglich ist, kann man seine Zweifel bekommen. Aber ich glaube, jeder von uns hat den Wunsch und das Bedürfnis hat, im Tiefsten seines Inneren von etwas berührt zu werden, das wahrhaftig und ehrlich ist. Wenn Kunst oder Musik das nicht mehr erreichten, kann der ganze Plantet eigentlich gleich Selbstmord begehen. Was halten Sie vom Spielfilm „The Doors” von Oliver Stone? Ich respektiere Stone so wie ich für jeden Respekt habe, der etwas so Schwieriges wie einen Film zustande bekommt. Aber für mich waren diese vier Typen in seinem Film nie als Bandmitglieder glaubhaft. Das waren nur die Stellvertreter für die Konzepte von Stone, etwa die Idee des selbstzerstörerischen Künstlers. Für mich war dies kein Film über die „Doors“. Wie kam Johnny Depp als Erzähler in den Film? Wenn man ausschließlich Archivmaterial in einer Dokumentation benutzt, bekommt die Erzählerstimme umso größere Bedeutung. Man benötigt jemanden, dem die Zuschauer das glauben, was er sagt. Johnny sah sich den Film an, mochte ihn sehr und meinte ganz einfach: „Ja, ich mach’ dir den Erzähler“. War Brad Pitt nie eine Option für den Erzählerjob? Nein, an Pitt habe ich nie gedacht (lacht). Das hat aber nichts mit schlechten Erinnerungen zu tun, ich mag Brad noch immer sehr. Er ist ein guter Schauspieler und ich fand ich fantastisch in „Snatch“ von Guy Ritchie. Wir haben heute aber keinen Kontakt mehr miteinander. Üblicherweise sprengt ein berühmter Soundtrack fast das Budget eines Kinofilms – wie viel mussten Sie für die Rechte an den legendären Songs bezahlen? Ich weiß gar nicht, wie oft ich in meinen früheren Filmen einen bestimmten Song haben wollte und nicht in der Lage war, das zu bezahlen. Diesmal war ich genau in der umgekehrten Situation. Weil das Management der „Doors“ ebenso wie die Plattenfirma Koproduzenten des Films sind, durfte ich jeden Song verwenden, den ich wollte – das war das Paradies. Was würden Sie Jim Morrison heute fragen? Jim erschien mir zweimal im Traum Er saß in einer Ecke und schaute nur. Er sah sehr traurig aus und ich spürte das große Bedürfnis, zu ihm zu gehen und ihn zu fragen: „Hey Jim, was ist passiert?“. Ich glaube, diese Frage bewegt sehr viele Menschen. Es gibt so viele Spekulationen über sein Leben und seinen Tod – und er ist der einzige, der die Antworten kennt. |













Der Film ist sehr cool
Ich hab den Film letzte Woche in Berlin gesehen.
Er hat mich total gefangen genommen und ich bin sehr bewegt aus dem Kino gegangen. Es gibt wenige Filme die man zwei Mal sehen möchte, aber diesen hier werde ich mir diese Woche noch mal...

Kompletten Text anzeigen
Von martindr am 11.07.2010 um 18:34 Uhr