Diskutieren Sie solche Sätze auch mit Ihrem Ehemann?

Nein (lacht). Er wäre sicher nicht glücklich, wenn die Leute denken, dass unsere Ehe eine reine Willenssache wäre. Man hofft ja immer, dass die Leser nicht dem Trugschluss erliegen, dass der Autor aus seinem eigenen Leben plaudert – aber in vielen Fällen wird es wohl doch so gesehen.

Wie weit beraten Sie sich gegenseitig bei Ihren Karrieren?

Besonders bei der Besetzung höre ich sehr auf Daniel. Wir sind nicht immer einer Meinung, und letztlich muss ich meine eigenen Entscheidungen treffen. Aber Daniel hat großartige Instinkte, wenn es um die richtige Besetzung einer Rolle geht.

Geben Sie ihm Ihre Manuskripte zum Lesen?

Es ist nie ganz so einfach, dem Ehemann oder engsten Freunden ein unfertiges Buch zu geben - man möchte gerade von diesen Leuten nicht unbedingt schlechte Kritiken hören. Bei Daniel verhält sich das ein wenig anders, er gehört zu den drei Menschen, denen ich in diesem Bereich sehr vertraue.

Wie sehen Sie das Verhältnis von Buch zu Film?

Für mich sind das zwei ganz eigenständige Medien. Mir ist bewusst, dass Leser den Film mit dem Roman vergleichen und umgekehrt – aber das ist nicht mein Problem, darüber habe ich ohnehin keine Kontrolle. Ich war einfach neugierig darauf, eine neue Dimension zu erkunden. Allerdings verlief das so zeitaufwändig, dass ich künftig keine eigenen Stoffe verfilmen werde.

Pippa hatte eine wilde Jugend mit Sex und Drogen – wie wild war Ihre Jugend im Künstlermilieu von New York? Wie groß ist die Schnittmenge zwischen Pippa und Rebecca?

Abgesehen von der gemeinsamen Einfühlsamkeit ist Pippa ist ganz weit von mir entfernt. Pippa stürzt sich in dieses wilde Leben, weil sie nichts zu verlieren hat. Bei mir war es anders, ich war nur Beobachter dieser Szene. Man sollte nicht dem Trugschluss erliegen, dass ein Roman zugleich Auskunft über den Autoren gibt: Nur weil ich über eine Welt gut bescheid weiß, muss ich dort nicht alles mitgemacht haben.

Alan Arkin spielt Pippas viel älteren Ehemann – wie weit ähnelt er Ihrem eigenen Vater?

Beide verbindet ihre jüdische Abstammung und beide besitzen einen besonderen Humor, den sie mit ihrem ganz eigenen Wortrhythmus äußern. Eine direkte Vorlage für die Figur war mein Vater allerdings nicht. 

Ist Künstler-Talent erblich?

Wenn ich eine Gabe von meinen Eltern bekommen habe, dann ist es die Selbstdisziplin. Künstler ist kein besonders romantischer Job: Man steht morgens auf und beginnt mit der Arbeit. Wir hatten damals nicht einmal ein freies Wochenende, meine Eltern haben ständig gearbeitet. Es ist nicht so, dass die Arbeit meinem Vater kein Vergnügen gemacht hätte. Aber es war ein ständiges Arbeiten.

Kinder prominenter Künstler werden gerne mit ihren Eltern verglichen – wie ergeht es Ihnen?

Diese Vergleiche gab es früher einmal, heute spielen sie überhaupt keine Rolle mehr für mich. Wenn ich trotzdem noch mit meinem Vater verglichen werde, ist mir das völlig gleichgültig.

Gibt es noch unveröffentlichte Werk von Ihrem Vater, die in Zukunft erscheinen werden?

Es gibt die Tagbücher, die in den kommenden Jahren erscheinen.

Mit welchen Gefühlen liest man die Romane des eigenen Vaters?

Man liest sie gerne. Einige seiner Bücher habe ich sogar im Schulunterricht gelesen.


Pippa Lee

 
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