Ihr Vater war der Schriftsteller Arthur Miller, ihr Mann ist Hollywood-Star Daniel Day-Lewis. Sie selbst begann als Schauspielerin und Malerin. Nun verfilmte Rebecca Miller mit „Pippa Lee“ ihren eigenen Beststeller. Die Titelheldin mit rasanter Vergangenheit ist mit einem weitaus älteren Verleger verheiratet und macht sich am neuen Wohnort auf die Suche nach ihrem wahren Ich. Mit Rebecca Miller unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

CineZone: Frau Miller, Sie haben 1984 als Stipendiatin ein paar Monate in Bayern verbracht – was sind Ihrer Erinnerungen an Deutschland?

Rebecca Miller: Ich habe in München gewohnt und sah mir in einem Programmkino „La Dolce Vita“ von Fellini an – dieser Moment hat mein ganzes Leben verändert. Ich verliebte mich völlig in dieses Medium und nahm mir vor, Regie zu studieren. 

Zunächst waren Sie als Schauspielerin tätig – weshalb haben Sie das wieder aufgegeben?

Für mich war Schauspielen von Anfang an nur ein Mittel, um mich auf die Regie vorzubereiten. Als ich das Geld für meinen ersten Film zusammen hatte, habe ich mit der Schauspielerei aufgehört. Es war eine fantastische Lernerfahrung, aber im Unterschied zum Schreiben verspüre ich kein drängendes Bedürfnis, mich schauspielerisch zu verwirklichen.

Ist das Schreiben für Sie eher Arbeit oder mehr Vergnügen?

Es ist eine Kombination aus beidem. Wenn kein Vergnügen dabei wäre, würde ich diesen Beruf sicher nicht machen. Allerdings ist Schreiben durchaus ein schwieriger Prozess. So schön es ist, wenn man eine Figur erfindet, so kompliziert wird es, diese Figur dann mit einem passenden Hintergrund auszustatten – erst recht, bei einem Roman. 

Wie diszipliniert arbeiten Sie?

Ich schreibe jeden Tag, außer am Wochenende oder im Urlaub. Nachdem ich die Kinder in die Schule gebracht habe, beginne ich mit der Arbeit. Vier bis fünf Stunden verbringe ich täglich mit Schreiben, bevor ich die Kinder bekam, waren es gut acht Stunden, in denen ich schrieb.  

Woher bekommen Sie Sätze wie „Bei Adoption weiß man nie, was man bekommt“ oder „Ehe ist ein Akt des Willens“. 

Ich höre Menschen gerne zu. Den Satz mit der „Ehe ist ein Akt des Willens“ habe ich bei einer Diner-Party aufgeschnappt. Eine Frau hat das zwar nicht wörtlich so gesagt, aber mir blieb ihre Aussage in Erinnerung, denn sie hat mich empört: Ich war gerade frisch verheiratet und schwanger und dann höre ich so etwas Unromantisches!

Mittlerweile legen Sie diesen Satz Ihrer Heldin in den Mund…

Stimmt, allmählich wurde mir klar, dass diese Sichtweise wohl nicht ganz unrealistisch ist. Mit Romantik allein kommt man nie durch die schwierigeren Zeiten in einer Ehe, da benötigt man schon einen starken Willen. Bei der armen Pippa ist es wohl ein wenig zu viel Wille, der die Ehe retten soll – ich glaube, die richtige Lösung liegt in einer guten Balance.


Pippa Lee

 
Home · News · Kino · DVD · Kontakt · Impressum