Basierend auf wahren Begebenheiten, dem Foltermord in der JVA Siegburg 2006, erzählt das beklemmende Kammerspiel vom Leben und Leiden in einem Jugend-Gefängnis.

Demütigung, Gewalt und Unterdrückung gehören zum Alltag. Die Aufseher sind Wegseher. Kevin (eindrucksvoll: der Berliner Jungschauspieler Constantin von Jascheroff) landet als Knast-Novize ganz unten in der Hackordnung einer Vierer-Zelle. Anfangs leistet er noch leisen Widerstand gegen die Rempeleien, will Kumpels helfen. Doch mehr und mehr mutiert er selbst zum Mitläufer, wird vom Opfer zum Täter. Den Misshandlungen entkommt hier nur, wer sich die Schwächeren als Zielscheibe eigener Aggression aussucht.

Was mit harmloser Anmache beginnt, wächst sich jäh zur Psychofolter aus. Die körperliche Gewalt beginnt mit Schlägen, mit brutalen Vergewaltigungen und endet schließlich, nach 20-minütiger Folter, mit dem erzwungenen Selbstmord des Schwächsten der Zelle.

Die rigorose Darstellung der Brutalität geht an die Nieren, verkommt jedoch nie zum voyeuristischen Selbstzweck. Stets schimmert durch, dass hinter der großmäuligen Macho-Fassade mit homophoben Sprüchen in Wirklichkeit ganz arme Würstchen ohne jedes Selbstbewusstsein stecken. Am Ende stellt sich schließlich für den Zuschauer die Frage: Wie würde er sich wohl in solch einer Situation verhalten?

Für Jungfilmer Philip Koch wird Cannes zum Karrierekick: Sein „Picco“ konkurriert  um die „Caméra d’Or“, hat in Frankreich bereits einen Verleih gefunden und an Kochs nächstem Stoff hat in Cannes bereits ein deutscher Erfolgsproduzent sein Interesse angemeldet Kaum zurück, erwartet den Nachwuchsregisseur hierzulande ein bedeutender Filmpreis (der noch geheim bleiben muss),. Der Kinostart bei uns ist für Herbst vorgesehen.


Picco - 16 m² Deutschland, 16 m² Jugendknast, 16 m² Hölle

 
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