![]() Wie einfach legt man so eine Figur nach Feierabend wieder ab? Das ist nicht ganz leicht. Man konzentrierte sich in der Vorbereitung und beim Drehen voll und ganz auf diese Figur, das kann vier bis fünf Monate dauern. Allerdings würde ich nie behaupten, dass ich mit einer Rolle verschmelze. Am Drehort starren dich ständig 150 Leuten an, du hast eine gigantische Kamera vor dem Gesicht und irgendwann die Mittagspausen – das ist also niemals das reale Leben. Aber natürlich gibst du dein Bestes, um diese Figur lebendig werden zu lassen. Es gibt Szenen im Konzentrationslager Dachau, wie geht man als Schauspieler damit um? Ich habe selbst noch keine Gedenkstätte eines Konzentrationslagers besucht. Aber schon diese Kulisse eines Films, wo Berge von toten Menschen liegen, hatte eine unheimliche Wirkung. Allein der Anblick löste bei allen ein mulmiges Gefühl aus. Diese Sequenzen sind allerdings wichtig, damit man versteht, welche extreme traumatische Erinnerungen Teddy durchlebt. Sie sind jetzt 20 Jahre im Geschäft. Treibt Sie immer noch dieselbe Leidenschaft? Oder hat das abgenommen? Ich fühle noch immer dieselbe Leidenschaft und bin absolut stolz auf meine Arbeit. Man wird richtig süchtig danach, seinen Helden nachzueifern und an die Grenzen zu gehen. Ich fände es gefährlich, wenn man sich einfach zurücklehnt und glaubt, man wäre nun am Ziel. Sind Sie heute besser als damals? Natürlich wird man besser, das hat aber ganz einfach mit der Lebenserfahrung zu tun. Je älter man wird, desto weiser ist man doch, oder (lacht)? Allerdings habe ich als Schauspieler ja nie Einfluss darauf, was das Publikum über mich denkt. Ich kann nur versuchen, immer das Beste zu geben. Dabei heißt mein Motto: Schmerzen gehen vorüber, ein Film ist für die Ewigkeit. Wie wichtig ist Ihnen, vom Publikum geliebt zu werden? Zu wissen, dass ich ohnehin keine Kontrolle über die Meinung meiner Zuschauer habe, gibt mir eine gewisse Freiheit. Ich mache mir darüber keine großen Gedanken, sondern mache lieber meinen nächsten Film. Haben Sie keine Lust auf eine Auszeit? Ich mache seit ja schon seit einer ganzen Weile Filme. Vielleicht sollte ich mich auch einmal ein bisschen mehr auch mich besinnen und einfach einmal nichts tun. Keine große Pause, kein radikaler Bruch. Aber einfach ein paar Monate zum Verschnaufen und ohne Hektik nach einem neuen Projekt Ausschau halten.
Sie wären schockiert, wie banal das ist. Ich würde ganz gewöhnliche Sachen machen, wie alle anderen auch. Zuhause bleiben. Mit Freunden am Pool herumhängen. An Orte fahren, wo ich noch nie war. Alte Filme auf DVD anschauen. Aber ich würde das wahrscheinlich nicht lange durchhalten. Wie steht es um das Frank Sinatra Projekt? Es gibt noch keine konkreten Pläne dazu. Scorsese entwickelt den Stoff gerade, wie viele andere Projekte. Soweit ich weiß gibt es da noch keine Finanzierung. Aber wenn er mir die Rolle anbietet, würde ich mir das sicher überlegen. Sie bringen gerne Ihre Mutter mit auf Premieren. Ist sie der Anker zum Boden der Realität? So dramatisch ist das nun auch wieder nicht. Es ist einfach so, dass sie sehr gern zu solchen Sachen geht. Und wenn ich die Möglichkeit habe, jemanden mitnehmen zu dürfen, dann tue ich ihr doch den Gefallen. Gerade Berlin: Sie hat Verwandte hier, sie liebt Reisen durch Europa und nimmt gern an meinem Leben teil. Ich finde es cool, dass sie dabei ist. |














