Wieso ist Ihre Rolle in „Bad Lieutenant“ denn vom richtigen Weg abgekommen? Er leidet an schrecklichen Rückenbeschwerden, wie so viele kam er über die Schmerzen zu Drogen. Und dann ist da noch sein Leben in der Mordkommission: alles andere als ein leichter Job. Regisseur Werner Herzog war überzeugt, Sie hätten während den Dreharbeiten wirklich Kokain geschnupft. So sehr ich ihn bewundere: aber das hat mich auch ein bisschen an Werner Herzog entsetzt. Ich dachte, gerade er versteht die Arbeitsweise von uns Schauspielern. Vielleicht ist Kinski auch deshalb manchmal an seinen Filmsets so ausgerastet: er versteht offenbar nicht ganz, wie viel Mühe es uns Schauspieler kostet, uns in so wahnwitzige Zustände zu versetzen. Ich habe am Set irgendein süßes Pulver aus einer Kanüle geschnupft, um mich drauf einzustimmen, um diese Suchtzustände überhaupt nachspielen zu können. Weiter nichts. Wie steht es denn mit Ihren eigenen Drogenerfahrungen? Konnten Sie da auf irgendwelche Erfahrungen zurückgreifen? Ach, das ist schon 25 Jahre her und erstreckte sich nur über einen Zeitraum von ein paar Monaten. Wieso sind Sie nicht hängen geblieben? Ich verspürte dieses Gefühl von Verschmutzung, dieses Gefühl von Rastlosigkeit. All das wollte ich einfach nicht. Deshalb war es mir auch so wichtig, Drogen in unserem Film nicht zu glorifizieren, sondern so von ihnen zu erzählen wie es ist: als etwas Widerwärtiges, was man am besten nie anrühren sollte. Seitdem bestand nie wieder die Gefahr eines Totalabsturzes? Nein. Ich habe mir schon immer bestimmte Ziele gesetzt, die ich auch erreichen wollte. Dazu kam, dass ich als Familienvater einfach lernen musste, Verantwortung für andere zu übernehmen. Wie wichtig ist Ihnen Geld? Es ist irgendwo das, was meine Karriere antreibt. Wenn du heute in Hollywood keine Kasse machst, bist du schnell weg vom Fenster. Und nur so kann ich meinen Namen auch dazu benutzen, kleineren Filmen den Weg zu ebnen. Was bedeutet Ihnen die die Schauspielerei? Ich verbringe die meiste Zeit meines Lebens vor der Kamera. Ich habe mit fünfzehn Jahren angefangen, seitdem kenne ich kein anderes Leben. Ich bin Wohnwägen gewohnt, ständig unterwegs. Für meine Familie ist das nicht immer einfach, aber anders war es bei mir eigentlich nie. |











