Ihr Held Ryan ist komplett vernetzt, dennoch wirkt er etwas einsam… 

Dank Handy, Twitter und SMS hat es den Anschein, als hätten wir mehr Kontakt zu anderen Menschen als je zuvor. Tatsächlich ist es so, dass sich die Menschen nicht mehr in die Augen sehen, wir haben weniger richtige Beziehungen als früher. Ryans Leben in den Flughäfen sehe ich als Metapher dafür. Für mich ist das die Geschichte eines Mannes, der damit umgehen muss, dass er zwar glaubt, sein Leben sei komplett, dabei aber etwas Wichtiges völlig ignoriert, nämlich die Verantwortung, Teil eines größeren Ganzen zu sein.

Haben Sie diese Kritik moderner Kommunikation Ihren über 15.000 Followern auch so getwittert?

Zugegeben: Auch ich schreibe bisweilen nur Quatsch und Banalitäten auf Twitter. Wenn ich an einem Projekt arbeite, benutze ich dieses Medium allerdings dafür, anderen Filmemachern mit meinen Erfahrungen weiter zu helfen und sie zu ermutigen. Und sei es nur mit der Mitteilung, wie sich ein scheinbar großes Problem ganz einfach hat lösen lassen.

Luis Bunuel sagte einmal, Musik im Film wäre Betrug – was sagen Sie?

Für mich ist der Soundtrack die Seele des Films. Ich mache mir sehr früh Gedanken über die Musik. Schon während der Arbeit am Drehbuch lege ich eine Songliste auf iTunes an mit all den Liedern, die für mich in Frage kommen. Schließlich entschied ich mich für zehn Lieder, die für sich genommen bereits sehr viel über den Film erzählen.

Auf den Festivals wurde Ihr Film einmal mehr von Publikum und Presse bejubelt – wird so viel Zuneigung nicht langsam zur Last?

Für mich ist jeder Film nach wie vor ein Kampf, da kann etwas Zuneigung wirklich nicht schaden (lacht). Als Regisseur fühlt man sich bei jedem neuen Film wie bei einem Wettrennen: Vor dem Start ist man furchtbar nervös. Aber sobald der Startschuss fällt, rennt man einfach nur noch los.

Wie lustig ist es eigentlich, in einer Komödianten-Familie aufzuwachsen?

Meine Eltern sind seit über 30 Jahren verheiratet und haben mich in einer liebevollen Atmosphäre erzogen. Mein Vater ist mein Vorbild und mein Held. Wenn ich ein Talent zum Geschichtenerzählen habe, dann habe ich es von ihm bekommen. Ohne dass ich ihn als Kind oft bei Dreharbeiten begleitet habe, wäre ich sicher kein Regisseur geworden.

Manche Promi-Kinder wählen lieber einen anderen Namen, wenn sie Karriere machen. War das nie eine Überlegung für Sie?

Man sollte sich nicht verstecken, sondern stolz auf seine Herkunft sein. Ich jedenfalls bin stolz, der Sohn meines Vaters zu sein und bin gerne ein Reitman. Nicolas Cage mag seinen Namen geändert haben, aber jeder weiß doch, dass Francis Coppola sein Onkel ist. Seine Karriere verdankt er nicht irgendwelcher Verwandtschaft, sondern er ist ein Star, weil er ein brillanter Schauspieler ist.

Clooney im Film will den maximalen Vielflieger-Status erreichen. Wie viele Meilen haben Sie selbst schon gesammelt?

Ich bin ein absolut leidenschaftlicher Meilen-Sammler – ich werde allerdings nicht verraten, wie viele es sind. Und auch nicht, für welche Fluggesellschaft…


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