CineZone: Mr. Reitman, Ihr Hauptdarsteller George Clooney gilt als der perfekte Hollywood-Liebling - könnten Sie zur Abwechslung einmal wenigstens ein bisschen an seinem Lack kratzen? Jason Reitman: Klatsch gibt es von mir garantiert nicht zu hören. Aber: Niemand ist perfekt – das gilt natürlich auch für George (lacht). Wobei ist Clooney nicht perfekt? Na gut: Das Schlimmste an Clooney ist, dass man sich bei ihm ganz einfach unterlegen fühlt - allerdings tut er alles dafür, dass sich wirklich jeder in seiner Umgebung wohl fühlen kann. Ich verrate nun auch gleich das Beste an Clooney: Er ist ein Schauspieler, der wie ein Regisseur denkt. Er hilft dir immer genau das zu bekommen, was du möchtest. Sie haben schon das Thema Rauchen behandelt, diesmal geht es um Arbeitslosigkeit. Das sind nicht gerade typische Themen der Traumfabrik. Sind Sie der Außenseiter von Hollywood? „Außenseiter“ steht zwar nicht auf meiner Visitenkarte, aber ich bin schon ein ziemlich kontroverser Typ. Für mich sind solche Themen aus dem realen Leben sehr spannend. In „Smoking“ gibt es einen Dialog, der auch für mich als Regisseur als Motto gilt: „Für das Rote Kreuz zu arbeiten ist einfach. Die große Herausforderung ist ein Job als Lobbyist der Tabakindustrie.“
Wir haben für die Entlassungsszenen per Inserat echte Arbeitslose gesucht, denen es ähnlich erging. Diese Wahrhaftigkeit war mir für diese Szenen sehr wichtig. Nur wer dieses Schicksal am eigenen Leib erlebt hat, kann es derart eindrucksvoll und realistisch darstellen. Man liest täglich über Entlassungen, aber das sind immer nur Zahlen. Man vergisst, dass sich dahinter Menschen und ihre Schicksale verbergen. Ich bin stolz, dass wir diesen Zahlen ein Gesicht verleihen. Haben Sie nicht auch schon selbst einmal jemanden entlassen? Das stimmt, ich habe bei einem Werbefilm einmal ein siebenjähriges Mädchen gefeuert – aber nur, weil sie einen schlechten Einfluss auf die anderen Kinder hatte. Ähnlich untypisch wie die Arbeitslosen ist das Fehlen von einem Happy End… Für mich hat der Film durchaus ein Happy End – ich gebe allerdings zu, dass diese Haltung von der Sichtweise des Betrachters abhängt. Das Ende spiegelt den Zuschauer wider: Die einen finden den Schluss sehr hoffnungsvoll, die anderen nur pessimistisch. Aber solche gemischten Reaktionen auf meine Filme gefallen mir ganz besonders gut. |












