Hat die Rolle Sie nachhaltig geprägt oder inspiriert? Als Schauspieler versucht man ja eigentlich immer, sich mit der Figur zu identifizieren. Auf einer bestimmten Ebene habe ich das mit Sherlock Holmes bestimmt auch getan. Aber wenn Sie meine geliebte Frau danach fragen, wie es zum Beispiel um meine Auffassungsgabe von Details steht, dann wird sie Ihnen dasselbe sagen wie ich: auf diesem Gebiet bin ich leicht zurückgeblieben. Technisch gesehen weiß ich zwar, wie man so einen hochintelligenten Menschen spielt, aber in Wirklichkeit bin ich ganz anders als dieser Typ. Das Feuilleton witzelt über die homosexuelle Spannung, die in Ihrem Film deutlich zwischen Holmes uns seinem Partner Watson spürbar ist. Wie bitte kam es zu dieser Auslegung der Geschichte? Stimmt! Alle Intellektuellen stürzen gerade sich auf diesen Teil der Geschichte und fachsimpeln: sicherlich hatten die beiden Sex, oder zumindest das unbändige Verlangen danach. Ich kann dazu nichts Genaues sagen. Ich weiß nur, dass uns Guy Ritchie am Set nicht nur einmal dazu anhalten musste, ihm dringend einen einzigen heterosexuellen Take abzuliefern, den er dann auch verwenden konnte. Wie ist das zu verstehen? Wir hatten einfach einen riesigen Spaß bei der Arbeit. Sogar mit Mark Strong, der den Bösewicht und meinen Feind spielt, habe ich mich pausenlos kaputt gelacht. Er hatte diese pompöse Lederjacke an und ich habe mich sofort beschwert, warum ich nicht auch so ein scharfes Teil in meiner Garderobe habe. Sie sind derzeit an zwei riesigen Franchise-Projekten beteiligt: „Iron Man 2“ ist bereits abgedreht, weitere „Sherlock Holmes“-Filme sind nicht ausgeschlossen. Stockt Ihnen beim Gedanken daran manchmal der Atem? Wie würden Sie sich denn an meiner Stelle fühlen? Das einzige, was mich im Moment etwas bedrückt, ist die Tatsache, dass Sie keinen Blick auf meine fantastischen lila Sportschuhe werfen können. Aber mal im Ernst: es läuft großartig. Meinem Ego schmeichelt der Erfolg natürlich, aber auf der anderen Seite wächst damit auch die Verantwortung. Das heißt, dass man beim nächsten Mal noch härter arbeiten und seinen Kopf noch mehr anstrengen muss. Ohne Zweifel lässt das Ende von „Sherlock Holmes“ auf einen zweiten Teil schließen. Worauf werden Sie bei einer möglichen Fortsetzung besonders achten? Bei Fortsetzungen geht es mir vor allem um den Erhalt der Qualität. Das ist man dem Publikum, das den Film zum Erfolg gemacht hat, ja auch irgendwie schuldig. Man sieht sich einen Film an und schätzt ihn wegen seiner interessanten Charaktere – egal ob sie nach einer Literaturvorlage entstanden sind oder nicht. Unsere Pflicht in Hinblick auf den zweiten Teil besteht also darin, genau diesem Interesse Folge zu leisten. |











