Mit dem Überraschungshit „Snatch – Schweine und Diamanten“ schaffte es der britische Regisseur Guy Ritchie bis in die Hollywood-Liga. Und das nicht nur beruflich: 2000 heiratet er Superstar Madonna. Nach der Scheidung konzentriert er sich nun - ausdrucksstark und humorvoll wie selten - wieder ganz auf sein Handwerk. Mit dem prominent besetzten „Sherlock Holmes“ beweist er, dass er trotz dem filmischem Ausrutscher „Stürmische Liebe – Swept Away“ nichts verlernt hat und er auch in Zukunft noch sehr viel Großes vorhat. Wir trafen den 41-Jährigen zum Gespräch über seinen neuen Kassenschlager und einen vermeintlich schwulen Profidetektiv.

CineZone: Mr. Ritchie, es schwingt immer ein gewisses Risiko mit, wenn man sich an einen Klassiker wie Sherlock Holmes heranwagt, um ihn neu zu verfilmen. Wie sind Sie an diese schwierige Aufgabe herangegangen? Und haben Sie sich dabei bestimmte Grenzen gesetzt?

Guy Ritchie: Nein. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass ich genug Feingefühl besitze, um der Intention des Autors treu zu bleiben. Ich habe mich also nie gefragt, wie weit wir gehen können, darüber wurde nie gesprochen. Es ist alles mehr oder weniger automatisch passiert. Wir wussten instinktiv, wann wir die Grenze überschritten oder unser Ziel noch nicht erreicht hatten.

Sie stellen in diesem Film einmal mehr Ihre Liebe für Kampfszenen zur Schau. Wie kamen Sie auf die Idee, Sherlock Holmes als Meister des Nahkampfs darzustellen?

Ich hoffe sehr. Ich war nämlich schon als Kind ein großer Fan von ihm. Genauer gesagt habe ich mir bereits im Alter von sechs Jahren, noch bevor ich selbst lesen und schreiben konnte, alle seine Geschichten auf Tonband angehört. Daher denke ich, dass ich auf meine Art eine gewisse Sensibilität für Doyles Werke mitbringe. Ich verstehe, was er meint und schätze seine Arbeit außerordentlich. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass er für das Kino geschrieben hätte, wenn es die Kamera seinerzeit bereits gegeben hätte.

Sie haben bereits mehrere Filme in Ihrer Heimatstadt London gedreht. Könnten Sie es sich vorstellen, auch einmal in Berlin zu arbeiten? Regisseure wie Quentin Tarantino waren sehr angetan vom deutschen Flair.

Klar, könnte ich mir das vorstellen. Aber es fällt mir schwer, einen Schwall von Lob über diese fantastische Stadt loszulassen, da ich erst knappe zwei Stunden hier bin und daher auch noch nicht besonders viel davon gesehen habe. Eines kann ich allerdings schon sagen: die kurze Zeit seit meiner Ankunft habe ich sehr genossen.



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