Wie komisch finden Sie die Äußerung von Jean-Luc Godard, dass er Ihre Filme hassen würde?

Ethan Coen: Wirklich? Wenn er unsere Filme hasst, dann hat er sie ja wohl angesehen – bereits das nehmen wir als großes Kompliment.
Joel Coen: Wenn ich einen Film nicht mag, würde ich nie sagen, dass ich ihn hasse. Ich würde ihn einfach schnell vergessen. Allerdings überrascht mich diese Äußerung kaum, Godard hat eben eine sehr spezielle Leidenschaft, wenn es um das Kino geht. Es muss nicht immer schlecht sein, wenn man Leuten auf die Nerven geht. Godard ist ein großes Tier – da macht es Spaß, so jemanden auf die Nerven zu gehen.

Sie drehen sonst gerne mit Stars, wie leicht fiel der Verzicht auf große Namen?

Joel Coen: Es war von Anfang an klar, dass wir bei diesem Projekt keine Stars wollten, sondern Schauspieler, die man eben gerade nicht wiedererkennt. Natürlich machen Stars die Finanzierung einfacher, aber unser Budget war so bescheiden, dass es auch so funktionierte. Zum Glück haben wir alte Verträge, bei denen so etwas möglich ist. Im heutigen Klima wäre das viel schwieriger.

Gab es keine Probleme wegen dem radikalen Ende?

Ethan Coen: Wir sind in der glücklichen Lage, dass man uns nach dem Verkauf eines Projektes weitgehend alleine lässt und sich kaum jemand einmischt. 

Früher wusste man, wer von Ihnen die Regie und wer die Produktion machte. Warum stehen nun beide Namen bei allen Funktionen…

Joel Coen: Wir sind inzwischen offensichtlich verschmolzen (lacht).  Wir machen unsere Filme noch immer genauso wie zu unseren Anfangszeiten. Der einzige Unterschied liegt darin, dass wir damals unsere Namen  auf verschiedene Funktionen aufgeteilt haben – obwohl wir schon immer alles gemeinsam machten

Was machen Sie als nächstes?

Ethan Coen: Wir würden gerne einmal einen Horrorfilm machen, der in einer Universität spielt. Aber wir haben noch nicht einmal mit dem Schreiben dazu angefangen…


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