Es geht um Moral und Religion - wie religiös leben Sie selbst?

Joel Coen: Wir stammen aus einer religiösen Familie, vor allem unsere Mutter war sehr gläubig. Ethan und ich verstehen uns heute als jüdisch, allerdings nicht im religiösen Sinn.

Hatten Sie nie Sorgen, dass Ihr Film zu sehr einem Woody Allen ähneln könnte?

Ethan Coen: Nein, solche Bedenken hatten wir überhaupt nie. Dafür sind die Unterschiede zwischen dem jüdischen Leben im Mittleren Westen und New York einfach viel zu groß – was man in Europa vielleicht gar nicht so deutlich spüren mag. 

Lieben Sie Ihre Figuren eigentlich? Warum quälen Sie die so gerne?

Ethan Coen: Man muss sie quälen, wenn ihnen nur Gutes widerfährt, bekommt man schließlich keine Geschichte. Wir haben natürlich ein anderes Verhältnis zu unseren Figuren als zu realen Menschen. Wenn ich antworte, ich liebe unsere Figuren nicht, könnte man folgern, dass ich sie hasse – was nicht zutrifft. Wichtig ist einfach, dass die Figuren funktionieren. 

Wie wichtig ist es, die komischen Elemente in tragischen Situationen zu finden?

Joel Coen: Wir denken in solchen Kategorien gar nicht. Für uns zählt einfach nur, ob eine Situation die Geschichte voranbringt und passend ist – ob komisch oder tragisch, ist dabei nicht entscheidend. Deshalb haben wir auch keine Probleme damit, beides zu mischen, ohne zu überlegen, ob man bei tragischen Dingen so komisch sein darf – und umgekehrt.


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