„13 Semester“ wird von der 20th Century Fox verliehen - wie setzt man sich als Erstlingsregisseur bei einem großen Studio durch?

Es gab einen stetigen kreativen Austausch, uns wurde aber nie die Pistole auf die Brust gesetzt. Das war bei unserem Film schon noch anders als beispielsweise bei einer großen Hollywoodproduktion in den USA, wo das Studio immer das letzte Wort hat - sei es beim Schnitt, beim Drehbuch oder sogar beim gesamten Ende von einem Film. Wir hatten viel mehr Freiheit, man hat uns wirklich machen lassen.

Wie weit hat sich Ihre Werbefilm-Erfahrung für den Spielfilm ausgewirkt? 

Vom Aussehen hat der Film wenig mit Werbung zu tun. Eine gute Schule des Werbefilms ist allerdings, dass man seine Geschichten in 20 oder 30 Sekunden erzählen muss. So ein knackiges Tempo war bei diesem Film durchaus nützlich, schließlich handeln wir in 100 Minuten einen Zeitraum von sechseinhalb Jahren ab – da kann man sich nicht mit endlos langen Szenen aufhalten.

Sie schildern das gesamte Studium, wären ein oder zwei Semester nicht einfacher gewesen?

Erzählt man die letzte Nacht des Studiums? Das letzte Semester? Oder nur das Erste? Jede dieser Alternativen hätte immer nur einen Ausschnitt gezeigt. Darum haben wir uns entschlossen, ein komplettes Studium zu zeigen. Vom ersten bis zum letzten Tag. Wir erleben mit Momo und den anderen Charakteren ihre komplette Entwicklung über sechseinhalb Jahre und können uns genauso wie sie am Ende des Films an die Anfänge zurück erinnern.

Im Abspann danken Sie Loriot – wofür?

Ich hatte für einen Werbespot bei „First Steps“ einen Preis gewonnen, zu dem eine Mentorenschaft mit einem Mitglied der Deutschen Filmakademie gehörte. Ich habe mir ganz frech Vicco von Bülow gewünscht und wider Erwarten hat es geklappt. Natürlich war klar, dass es nur ein einmaliges Treffen werden würde, aber diese Begegnung war grandios. Mit meinem Drehbuchpartner Oliver Ziegenbalg verbrachte ich sechs oder sieben Stunden mit Loriot in dessen Lieblingsitaliener in Berlin. 

Worum ging es in diesem Gespräch?

Loriot war sehr gut vorbereitet, er hatte das Buch gelesen und tausend Anmerkungen an den Rand geschrieben. Aber es ging ihm nie darum, uns irgendwelche Pointen oder Dialoge zu diktieren, sondern vielmehr um generelle Themen, etwa darum, wie man eine Szene bricht, damit sie komisch wird. Er wollte uns mit Ratschlägen versorgen – das ist ihm fantastisch gelungen.


13 Semester

 
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