Er drehte Werbefilme für DaimlerChrysler, Swisscom und McDonald’s. Noch als Filmstudent wurde Frieder Wittich im Jahr 2004 mit dem First Steps ausgezeichnet – was ihm die Bekanntschaft von Vicco von Bülow alias Loriot einbrachte. Der Altmeister gab dem Anfänger Ratschläge in Sachen Humor. Das Ergebnis ist nun in der Studentenkomödie „13 Semester“ zu erleben, die auf den Festivals von Zürich und Hof bereits für viel Furore sorgte. Mit dem Stuttgarter Regisseur unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

CineZone: In der realen Welt gibt es Studentenproteste gegen schlechte Lernbedingungen – kommt da eine heitere Uni-Komödie über das lustige Studentenleben nicht etwas zur falschen Zeit?

Frieder Wittich: Bei bisherigen Vorführungen habe ich nie Kritik von Studenten gehört. Wir haben bewusst alles Zeitgeschichtliche herausgelassen, denn wenn man dieses Fass aufmacht, kann man all den Themen gar nicht mehr gerecht werden. „13 Semester“ bietet aber durchaus eine Haltung: Wir sagen, ein Studium ist erst dann ein Studium, wenn man den Lehrstoff nicht wie in der Schule abspult, sondern wenn dabei noch Zeit bleibt, sich anderweitig zu orientieren.  

Vor einigen Jahren lieferte Uwe Boll mit „Das erste Semester“ eine Klamotte, die zum Mega-Flop mutierte – hatten Sie keine Bedenken, dass es Ihnen ähnlich geht?

Nein. Wir wollten auf alle Fälle vermeiden, dass unsere Komödie platt und plump ausfällt. Bei aller Unterhaltung war wichtig, dass „13 Semester“ authentisch und emotional bleibt. Natürlich spielen wir dabei mit Klischees, dafür schäme ich mich auch gar nicht. Die Herausforderung liegt darin, dass man nicht bei stupiden Abziehbildern stecken bleibt, sondern dass man diese Klischees auf eine charmante Art bedient, also dass sie noch etwas Eigenes und Überraschendes besitzen.

Warum wagt man sich mit seinem Kinodebüt gleich an eine Komödie, die schließlich als Königsklasse gilt?

Ich weiß gar nicht, ob Komödie tatsächlich die Königsklasse ist. Jedes Genre birgt eigene Risiken und Gefahren, auch bei einem schweren Thema kann man handwerkliche Fehler machen. Weil schon meine Kurzfilme an der Filmhochschule auch schon immer komödiantisch waren, lag es nahe, dass ich bei meinem Debütfilm im selben Genre bleibe.


13 Semester

 
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