Wie kommt für solch ein Projekt an die Drehgenehmigung für das Gefängnis in Stammheim? Bedarf es da diverser Beziehungen zu höchsten Kreisen? Man wendet sich ganz einfach an die Gefängnisleitung, die das nach eigenem Ermessen entscheidet. Über eine Zustimmung freut man sich, gegen eine Ablehnung könnte man nichts mehr unternehmen. Verhielt es sich mit der Zustimmung der „Bild“-Zeitung ähnlich? Immerhin muss die Verwendung von Zeitungen im Film ausdrücklich genehmigt sein... Ich habe Mathias Döpfner [den Vorstandschef von Springer, Anm.d. Red.] gefragt, ob er etwas gegen die Verwendung des Bild-Logos einzuwenden hätte. Er sagte „Nein“ und ich sagte „Danke“. Man darf sich diese Leute ja auch nicht als Kleinkrämer vorstellen, die stehen da schon drüber. Döpfner ist übrigens auch vom Film sehr begeistert Gibt es auch ein Copyright für das RAF-Logo zu beachten? Nein. Wir hatten gut 20 Anwälte beschäftigt, die sich nur um die Einhaltung von Copyright und Persönlichkeitsrechten gekümmert haben - bei einem zeitgenössischen Film ist das anders gar nicht machbar. Man kann schließlich nicht riskieren, dass der fertige Film nicht aufgeführt werden darf. Gab es Elemente, auf die Sie aus rechtlichen Gründen verzichten mussten? Nein, aber wir haben vorab schon darauf geachtet, dass wir Figuren, die keine Personen des öffentlichen Lebens sind, nicht beim Namen benannten. Warum soll man sie in etwas hineinziehen, was für die Geschichte gar nicht von Bedeutung ist? Sie versammeln die Crème de la crème der deutschen Darsteller. Hatten Sie daran gedacht, den Ex-Terroristen und heutigen Schauspieler Christof Wackernagel zu engagieren? Ich weiß nicht, ob Wackernagel je zur Debatte stand. Aber wenn, dann war es sicher nicht deshalb, weil wir nun unbedingt einen Ex-Terroristen dabei haben wollten. Hatten Sie Kontakt mit den Kindern der Terroristen? Die Tochter von Baader soll in London leben... Ich weiß, wo die Kinder leben, das bedarf gar keines großen Rechercheaufwands. Aber Kontakte mit ihnen hätten wenig gebracht, denn sie kannten ihre Eltern ja gar nicht. Sie wurden schon ganz klein von ihnen getrennt, die Tochter der Ensslin war gerade erst zwei Jahre alt. In Cannes gab es großen Rummel um „Che Guevara“, Ihr Film sorgt für Titelgeschichten - gibt es in Zeiten wie diesen die große Sehnsucht nach den Weltverbesserern? Das ist bei Che Guevara vielleicht so, weil damit jeder eine Revolutionsromantik verbindet. Das kann man bei der RAF wohl kaum: Das waren knallharte Killer, das muss man ganz klar sehen. Dass sie das am Anfang vielleicht so nicht wollten, macht es insgesamt nicht weniger tragisch. |












