Die asiatische Schönheit Michelle Yeoh begann eine Karriere als Ballett-Tänzerin, die durch eine schmerzhafte Verletzung frühzeitig beendet wurde. Doch die heute 45-Jährige kam wieder auf die Beine und wurde zum ersten weiblichen Kampfkunstprofi in spannenden Actionfilmen wie dem mit vier Oscars ausgezeichneten Martial-Art-Drama „Tiger and Dragon“ oder aktuell „Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers“. Wieso der Film kein einfacher Abklatsch des ersten Teils sein soll, erklärte sie uns in Los Angeles.

CineZone: Mrs. Yeoh, der dritte Teil von „Die Mumie“ überrascht mit vielen neuen Schauspielern. Wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?

Michelle Yeoh: Der Regisseur Rob Cohen hat mir einen bezaubernden Brief geschrieben. Darin stand, dass er sich niemand anderen in dieser Rolle vorstellen kann und meine Zusage für ihn eine große Ehre wäre. Jemand hat ihm vermutlich sehr viel Geld dafür bezahlt, so viele nette Dinge zu schreiben (lacht). Abgesehen davon war ich schon davor ein großer Fan der ersten beiden Teile von „Die Mumie“.

„Die Mumie 3 – Das Grabmal des Drachenkaisers“ spielt im Gegensatz zu den beiden ersten Teilen nicht in Ägypten, sondern überwiegend in China. Welchen Zugang haben Sie zu diesem einzigartigen Land?

Mir war es sehr wichtig, dass der Regisseur Respekt für die chinesischen Kultur zeigt. Nichts ist schlimmer, als wenn etwas, das dir sehr am Herzen liegt, vor deinen Augen zu einem Haufen Kitsch verkommt. Ich bewundere die Terrakotta-Armee, die Geschichte von China und seine legendäre Mauer. Cohen denkt glücklicherweise ähnlich. Er ist kein Europäer mit einer romantisierten Vorstellung von Asien, sondern ein Regisseur mit Tiefgang. Darum habe ich zugesagt. Und weil ich die Möglichkeit bekam, wieder einmal mit meinem alten Freund Jet Li zusammenzuarbeiten. Die Kampfszenen mit ihm war ein besonderer Anreiz für mich.

Was können Sie uns über den Inhalt des Films und Ihre Figur Zijuan erzählen?

Die Geschichte beginnt, als der Drachenkaiser gerade dabei ist, China zu erobern. Obwohl er der mächtigste Herrscher der Welt ist, kann er einen Gegner nicht besiegen: den Tod. Ich – eine Zauberin – werde deshalb zu ihm in den Palast gebracht, worauf sich der Herrscher unsterblich in mich verliebt. Ob ich den Drachenkaiser am Ende töte oder küsse, sei an dieser Stelle noch nicht verraten (lacht).

Höhepunkt des Films ist ein opulent inszenierter Schwertkampf mit Jet Li. Wie sind Sie an diese Szene herangegangen?

Der Regisseur hatte sehr genaue Vorstellungen von dem Kampf. Es sollten nicht bloß Bewegungen sein, sondern auch unseren Geist und unsere Gefühle zum Ausdruck bringen.

Wie leicht fallen einem Profi wie Ihnen solche Szenen?

Bei den Dreharbeiten stand uns ein Stunt-Koordinator zur Verfügung, das war ein Vorteil. Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt, mehrere Trainingseinheiten in Anspruch zu nehmen, aber Jet Li und ich haben es vorgezogen, uns stattdessen miteinander zu unterhalten und Neuigkeiten auszutauschen. Weil wir beide die verschiedenen Schlagvariationen gut kennen, beherrschten wir die Choreographie auch ohne großartiges Üben schon nach fünf Minuten.

Kann man diese Choreographie vielleicht mit den kunstvollen Kämpfen in Ihrem Film „Tiger and Dragon“ vergleichen?

Nicht wirklich. In diesem Film fliegen wir nicht in der Gegend herum wie in „Tiger and Dragon“. Wir springen zwar auch auf und ab, aber die meiste Zeit sind wir am Boden.



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