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Selten standen so viele Superhelden Schlange in den Lichtspielhäusern, Skeptiker fürchten gar einen Overkill durch die Popcorn-Kracher im Wochentakt. Während der alternde "Indiana Jones" ausreichend Zeit hatte, aller Kritiken zum Trotz über 2,5 Millionen Besucher in Deutschland (weltweit gar rund 740 Millionen Dollar) einzusammeln, gelten fortan härtere Bandagen im Boxoffice-Ring der Action-Figuren. Den Anfang machte letzte Woche Publikumsliebling Will Smith mit "Hancock", der einen etwas schrulligen Superman gibt: Böse, oft betrunken und beim irdischen Volk wenig populär. Ein ehrgeiziger PR-Berater will des Helden mieses Image umkrempeln, Pech nur, dass sich der kraftstrotzende Klient dabei unsterblich in die biedere Gattin seines Werbestrategen verliebt, gespielt von der südafrikanischen Schönheit Charlize Theron. Konventioneller als dieser satirische Helden-Hybrid mit Superstar-Einsatz konkurriert bereits in dieser Woche "Der unglaubliche Hulk" um die Gunst der Zuschauer. Diesmal gibt Edward Norton den verstrahlten Wissenschaftler Bruce Banner, den jeglicher Ärger zum grünen Monster mutieren lässt. Auch diesem Comic-Kraftpaket bleiben nur sieben Tage für einen Kassenerfolg, weil ihm bereits die FBI-Agenten Mulder und Scully im Nacken sitzen, um in der "Akte X" ein Leinwand-Comeback als legendäre Alien-Jäger zu feiern. Über viel Spielzeit verfügt das dynamische Duo nicht, denn schon drängt der Prinz von Kaspian spezialeffektvoll zur kindgerechten Fantasy-Audienz mit der Fortsetzung der "Chroniken von Narnia". Und abermals herrscht Hektik, denn nun begibt sich im dritten Teil von "Die Mumie" der Action-Archäologe im fernen China auf die Jagd nach dem "Grabmal des Drachenkaisers". Wenig später droht der "Krieg der Sterne", wenngleich die Attacke auf den Zuschauer diesmal lediglich im Trickfilm-Format erfolgt. Aus echtem Gummi ist das Batman-Kostüm, mit dem eine Woche später der "Dark Knight" einschwebt. Einmal mehr gibt Christian Bale den flatternden Superhelden, der sich in Gotham-City mit seinem Erzfeind Joker (Heath Ledger) herumschlagen muss. Den Abschluss des heldenhaften Sommerreigens gibt Russlands polternder Erfolgsregisseur Timur Bekmambetov, der nach seinem höchst profitablen Ballermann-Knüller "Nightwatch" nun mit "Wanted" seinen Hollywood-Einstand gibt. Einmal mehr ist die Welt sehr böse und dem Regisseur ist nichts zu schwer: In dieser adrenalinhaltigen Action-Achterbahn um gnadenlose Auftragskiller können Kugeln sogar Kurven fliegen und Zeit ist ohnehin relativ.
In "Underdogs" etwa geht es um abgebrühte Knastinsassen, die durch die Aufzucht von Blindenhundewelpen (!) zu besseren Menschen werden sollen - als Kitschgipfel tafelt die adrette Gefängnisdirektorin zum Happy End mit dem Ganoven verliebt bei Kerzenschein. Ähnlich originell präsentieren sich die "Selbstgespräche", eine belanglos dahinplätschernde Callcenter-Satire auf angestrengtem "Lindenstraßen"-Niveau, Gastauftritt von Günter Wallraff inklusive. Beim einstigen Theater-Rebellen Leander Haußmann wundert man sich schon lange nicht mehr, dass er in den seichten Gefilden der Unterhaltung gestrandet ist. So plaudert er auch in "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" gefällig brav vom Liebesgeplänkel zwischen einem jungen Computerfreak und einer reiferen Dame. Als kleines, feine Entdeckung des Arthouse-Kinos könnte sich immerhin "Mein Freund aus Faro" entpuppten, ein Erstlingsfilm über ein 14jährige Anhalterin, das sich in ihren 22jährigen Autofahrer verliebt - der sich allerdings als Mädchen entpuppt. Für große deutsche Highlights muss man sich bis Herbst gedulden. Dann boomt der Heimatfilm vom Bergsteiger-Drama "Nordwand" bis zur "Geschichte vom Brandner Kaspar", diesmal mit Franz-Xaver Kroetz und Michael Bully Herbig. Während Daniel Brühl in der Verfilmung von "Krabat" zu erleben ist, präsentiert Erfolgsproduzent Bernd Eichinger mit Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck den "Baader Meinhof Komplex" - auch ohne Pomp wohl spektakulär genug für ein großes Publikum. |












Beliebter als solche Cartoon-Verfilmungen sind bei den Hollywood-Buchhaltern nur noch die Animationsfilme selbst. Nach Esel, Fisch und Pinguin haben die Zeichner der "












