Sie begann ihrer Karriere als Model und als Ballerina. Bald danach drehte die schöne Charlize Theron mit dem „Who is Who“ von Hollywood: Mit Al Pacino und Keanu Reeves kam sie „Im Auftrag des Teufels“ auf die Leinwand. Tom Hanks engagierte die gebürtige Südafrikanerin für sein Regiedebüt „That Thing You Do“, Woody Allen gab ihr eine Hauptrolle in „Celebrity“, für Robert Redford trat sie in „Die Legende von Bagger Vance“ auf. Mit „Monster“ spielte sie, zur hässlichen Unkenntlichkeit mutiert, den ersten weiblichen Serienkiller von Amerika. Auf der Berlinale wurde die dafür mit dem „Bären“ belohnt, danach gab es den Oscar. Nun kommt Charlize Theron als Hausfrau und verhinderte Superheldin an der Seite von Will Smith in der Heldensatire „Hancock“ ins Kino. Mit der Schauspielerin sprach unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

CineZone: In letzter Zeit haben Sie eher düstere Rolle gespielt. Ist „Hancock" die Rückkehr zur verführerischen Frau auf der Leinwand?

Charlize Theron: In solchen Schubladen denke ich nicht. Mich interessiert auch nicht das Genre, sondern allein die Qualität der Geschichte. Wenn eine Story mit den Genre-Regeln bricht, dann umso besser. Gute Geschichten sollten sich einer Einordnung verweigern. Wenn mich ein Drehbuch anspricht, dann ist meine eigene Rolle nur noch sekundär, dann zählt für mich allein die Geschichte.

Welche Kompromisse würden Sie machen für eine starke Geschichte?

Ich habe gerade „The Road" mit Viggo Mortensen gedreht, wo ich nur vier Drehtage hatte. Aber mit dieser Geschichte hat Cormac McCarthy den Pulitzer-Preis gewonnen und ich fand sie unglaublich stark. Ob ich 30 Drehtage habe oder nur vier Tage, das ist mir dann egal. In diesem Jahr wird es noch einige Filme geben, wo ich nur kleine Auftritte habe. Mir ist die Story immer wichtiger als meine Rolle. Allerdings zeigt die Erfahrung: Gute Geschichten bieten auch meist gute Rollen!

Haben Sie es deswegen abgelehnt, ein Bond-Girl zu spielen?

Ich würde schon morgen ein Bond-Girl spielen, wenn ich das Gefühl hätte, dass ich diese Geschichte erzählen möchte. Ich hatte das Glück, dass ich mir meine Rollen immer selbst aussuchen suchen konnte - das war bei meinem ersten Film schon so.

Ist es den Zuschauern nicht vielleicht wichtiger, die schöne Theron zu sehen als ihren Geschichten zu lauschen?

„Monster" ist doch der beste Gegenbeweis. Ich war bis zur Unkenntlichkeit hässlich, dennoch wollte das Publikum den Film sehen. „Monster" gehört zu meinen erfolgreichsten Arbeiten überhaupt - nach diesem Film kann mir keiner sagen, ich wäre zu schön für eine Rolle.

Hat man Ihnen das früher vorgeworfen?

Früher hatte ich schon das Gefühl, dass ich mit bestimmten Rollen mein Können als Schauspielerin besser zeigen kann. Für Frauen, die ein gewisses Aussehen haben, sind solche Figuren sehr wichtig. Ich hatte das Glück, dass sich solche Gelegenheiten für mich ergeben haben: Ich habe in Filmen gespielt, in denen mein Aussehen das Erzählen einer guten Geschichte nicht im Weg stand. Ein Schauspieler ist nur gut, wenn er unsichtbar ist - darin liegt der Schlüssel zum Erfolg!



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