„Me too“ nennt man in der Branche das Bedürfnis, einen Erfolg zu kopieren. Die deutsche Übersetzung „ich auch“ klingt so profan, um nicht zu sagen kindisch, dass man sich tatsächlich besser an die US-Version hält.  So ist also auch der „Mitternachtszirkus“ ein „me too“-Projekt.

Wie schon der Untertitel nahelegt, geht es hier um Vampire. Und die boomen. Im Kino, im Fernsehen aber zuallererst auf dem Buchmarkt. In grauer Vorzeit war es Tolkiens „Herr der Ringe“, dann kam J.K. Rowlings „Harry Potter“, weiter ging es mit Stephenie Meyers „Bis(s)“-Reihe. Die Erfolge lockten die „me too“-Epigonen. Das Fernsehen, HBO in dem Fall, nahm sich Charlaine Harris „Sookie-Stackhouse“-Romane vor. Der geniale Regie-Meister Alan Ball strickte daraus die überaus erfolgreiche Fernsehserie „True Blood“. „Me too“ riefen die Kinoproduzenten. Und so purzelten Verfilmungen von Vampir-Zyklen vom Band.

Auch der „Mitternachtszirkus“ basiert auf (den ersten drei) Romanen der „Cirque du Freak“ –Reihe des britischen Autors Darren Shan. Fortsetzungen nicht ausgeschlossen. Das Drehbuch zum Roman schrieb Brian Helgeland (zusammen mit Paul Weitz), ein Meister der Romanadaptionen, wie er bereits in u.a. „LA Confidential“ oder „Mystic River“ bewies. Regie führte Paul Weitz, dessen Bruder Chris unlängst den Vampir-Film „New Moon“ aus der Bis(s)-Reihe inszenierte.

Dazu gibt es eine Riege hochkarätiger Darsteller: Salma Hayek, Ken Watanabe, Willem Dafoe und Jane Krakowski. Sie alle sind aber nur Nebenfiguren, die Freaks. Hayek mit Bart ist ein hübscher Augenschmaus und Watanabe als riesiger Kopfmensch und Dafoe als blutsaugender Dandy machen Spaß. John C. Reilly gibt den Vampir Crepsley. Den Gut-Vampir, der seinen Ernährungsplan auf tierisches Blut umgestellt hat. Im Gegensatz zu den bösen Vampyren, die es noch nach menschlichem Blut dürstet.

Und die Menschen kommen in Gestalt zweier Teenies in die mitternächtliche Vorstellung des Zirkus, der in einem Theater am Ort gastiert. Doch der Besuch ist nicht ungefährlich. Die Lehrer verbieten ihren Schülern hinzugehen. Doch Steve (Josh Hutcherson) und Darren (Chris Massoglia), zwei ganz normale Jungs, suchen den Kick und treffen sich heimlich um Mitternacht, um die Vorführung zu besuchen. Steve, der Underdog, der vorlaute Rabauke, Darren, der angepasste Spießer.

Das Setting der Freak- Show inszeniert Weitz fast vorgestrig. Da ist noch alles handgemacht, keine Computeranimation. Die Freaks aus Fleisch und Blut. Die Dielen des Theaters knarzen, die Stühle sind unbequem und die Zuschauerzahlen im Saal verschwindend gering. Doch die Attraktionen haben es in und an sich.

Der Mitternachtszirkus lässt Kinopublikum und die beiden jugendlichen Protagonisten nicht mehr los. Der langweilige Darren gerät in eine fremde, gefährliche und gleichzeitig faszinierende Welt. Er wird Crepsleys Assistent, was aber auch das Ende seines alten Lebens bedeutet. Er muss von seiner Familie Abschied nehmen und in das Lager der Freaks, der guten Vampire, umsiedeln. Zum Ärger seines Kumpels Steve. Dessen Missgunst und Wut nutzen die bösen Vampyre und ziehen ihn auf ihre Seite.

Paul Weitz überrascht mit guten Einfällen. Die Ausstattung seines Kuriositäten-Kabinetts ist fantastisch. Kein Wunder, bei einem Budget von 70 Millionen Dollar. Es gibt viel rasante Action, eine kleine Teenie-Liebelei. Aber in der Geschichte gibt es einige Probleme: etliche Figuren, die auftauchen, um sofort wieder in der Versenkung zu verschwinden. Weniger wäre da mehr gewesen.

Selbst Hauptfiguren, wie Crepsley, werden angerissen, aber nicht wirklich erzählt. Und was ist mit dem jahrhundertealten Konflikt, den die guten Vampire und die bösen Vampyre ausfechten? Der Köder wird ausgeworfen, aber nicht wieder eingeholt. So verenden viele Erzählstränge irgendwo im Nirgendwo. Statt die Konzentration auf das eigentliche Thema, dem Erwachsenwerden, zu lenken, hechtet Weitz durch die Geschichte (dreier Romane!).

Leider ist auch Hauptdarsteller Chris Massoglia seiner Rolle nicht wirklich gewachsen. Selbst sein Gegenspieler Josh Hutcherson spielt ihn locker an die Wand. Immerhin hält sich der „Mitternachtszirkus“ aus dem Liebesreigen der „Bis(s)“ Filme „Twilight“ – und „New Moon“ ziemlich heraus. Da gibt es zwar das kleine Mädchen mit dem Affenschwanz, das sich durchaus zu einer kleinen Romanze mit Darren eignen würde, doch im Grunde zielen Protagonisten und Story auf ein jüngeres Publikum.

Hat das vielleicht den Unterschied gemacht? Ohne soapige Romanze keine Zuschauer? In Amerika floppte der „Mitternachtszirkus“. Um die 14 Millionen Dollar spielte der Film gerade mal ein. Fortsetzung folgt da wohl eher nicht.

In aller Kürze: Inhalt und Filmkritik
Credits


Infos zur aktuellsten DVD (und einer weiteren Veröffentlichung)


Trailer (14)
Bilder-Galerie (33)
Poster-Galerie (2)
Slideshow


Budget und Einspielergebnis


http://www.cirque-du-freak.de (Offizielle Webpage, Deutschland)
http://www.universalpictures-film.fr/lass... (Frankreich)
http://www.thevampiresassistant.net/ (Offizielle Webpage, International)
http://www.film1.nl/vampiresassistant/ (Offizielle Webpage, Niederlande)
IMDb-Infos (USA, D)

Cirque du freak
Von sweet Vampire<3 am 21.02.2010 um 15:12 Uhr


Die Bücher sind klasse,die Schauspieler im Film hab ich mir auch so vorgestellt,jedoch finde ich aber die hätten nicht soviel ändern sollen, ein Beispiel ist z.B Rebecca,das fand ich echt skandalös,dass die so n Affenmädl statt Debbie genommen...

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O-Titel: Cirque du Freak: The Vampire's Assistant
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Action, Fantasy, Abenteuer
USA 2009
Ur-Aufführung D: 07.01.2010
DVD-Premiere D: 12.05.2010
#~1#~#~1#~
Länge: 109 min
FSK: ab 12
Regie: Paul Weitz
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Darsteller: John C. Reilly#~2#~, Josh Hutcherson#~2#~, Chris Massoglia#~2#~, Jessica Carlson#~2#~, Michael Cerveris#~2#~, Ray Stevenson#~2#~, Jane Krakowski#~2#~, Salma Hayek#~2#~, Frankie Faison#~2#~, Patrick Fugit#~2#~, Ken Watanabe#~2#~, Kristen Schaal#~2#~, Morgan Saylor#~2#~, Don McManus#~2#~, Colleen Camp#~2#~, Orlando Jones#~2#~, Willem Dafoe#~2#~, Patrick Breen#~2#~, Daniel Newman#~2#~, Drew Rin Varick#~2#~, John D. Crawford#~2#~, Ritchie Montgomery#~2#~, Ted Manson#~2#~, Ann Mckenzie#~2#~, Monica Monica#~2#~, Adella Gauthier#~2#~, Beau Holden#~2#~, Patrick Fulton#~2#~, Tyler Chetta#~2#~, Shaun Grant#~2#~, Evelyn Burvant#~2#~, Anna Irene Dawson#~2#~, Jonathan Nosan#~2#~, Madeline Gaudet#~2#~, Erika Jensen#~2#~, Armal J. Perkins#~2#~, Shawn Knowles#~2#~, Natasha "Sasha" Angelety#~2#~, Blake Nelson Boyd#~2#~, Gino Galento#~2#~, Jewel Grosch#~2#~, Emily D. Haley#~2#~, Marc A. Hess#~2#~, Elton LeBlanc#~2#~, Brandon Molale#~2#~, Jake Moran#~2#~, Daniel Vincent#~2#~
O-Titel: Cirque du Freak: The Vampire's Assistant
Action, Fantasy, Abenteuer
USA 2009
Ur-Aufführung D: 07.01.2010
DVD-Premiere D: 12.05.2010
Länge: 109 min
FSK: ab 12
Regie: Paul Weitz
Darsteller: John C. Reilly, Josh Hutcherson, Chris Massoglia, Jessica Carlson, Michael Cerveris
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