| Endlich ist es soweit: Nach über einem halben Jahr verordneter Zwangspause ist nun die Verfilmung des sechsten Harry Potter Bandes zu sehen. Auch wenn die Meisten das Buch wohl verschlungen haben, hier ein kurzer Einblick in die Story: Voldemorts Faust schließt sich immer enger um die Welt der Muggels und der Zauberer – sogar in Hogwarts ist man nicht mehr so sicher wie früher. Harry vermutet die Gefahr in der Burg selbst, doch Dumbledore konzentriert sich eher darauf, Harry auf die Entscheidungsschlacht vorzubereiten, die nun bald bevorsteht. Gemeinsam suchen sie nach einer Strategie, mit der sich Voldemorts Verteidigungslinien durchbrechen ließen. Zu diesem Zweck engagiert Dumbledore seinen alten Freund und Kollegen, den ahnungslosen Professor Horace Slughorn. Unterdessen haben die Schüler noch ganz andere Probleme: In den Mauern der Burg spielen die Teenager-Hormone verrückt. Harry fühlt sich immer stärker zu Ginny hingezogen – doch Dean Thomas geht es genauso. Und Lavender Brown hat sich Ron ausgesucht, aber nicht mit Romilda Vanes Schokolade gerechnet! Währenddessen kocht Hermine vor Eifersucht, will aber ihre Gefühle auf keinen Fall zeigen. Nur ein Schüler bleibt inmitten dieser knospenden Romanzen völlig unbeeindruckt. Er will unbedingt Eindruck machen – und sei es mit dunklen Machenschaften. Während alle Welt verliebt ist, bahnt sich eine Tragödie an, die Hogwarts unwiderruflich verändern könnte. Regisseur David Yeates, der bereits den fünften Teil in Szene gesetzt hat, führt mit sicherer Hand die sichtlich gereiften Jungdarsteller und das Ensemble der bekannten Nebenfiguren durch das hormonschwangere Hogwart. Liebevoll und gewohnt effektreich werden die Schlüsselszenen des Buches in größtenteils stimmungsvolle Bilder ungesetzt. Eine Aufgabe, die der Brite fast an Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“) hätte abgeben müssen. Aber der begnadete mexikanische Filmemacher war mit der Fortsetzung seiner „Hellboy“ Story zu sehr beschäftigt, um das Angebot annehmen zu können. Fans der Bücher werden feststellen, dass sich das Drehbuch einige Freiheiten gegenüber der Vorlage herausnimmt. Auch wenn die effektreiche Zerstörung der Londoner Millennium Brücke, die in den verschiedenen Trailern schon gezeigt wurde, und ein Überfall der Death-Eaters, sicherlich als Schauwerte eingefügt wurden, fehlen doch wichtige Schauplätze und Informationen. Das macht das Ansehen des Films als unbedarfter Muggel ohne weitreichende Harry Potter Kenntnisse schon mal mühsam. So bleibt nach den epischen 150 Minuten ein leichter schaler Nachgeschmack zurück. Der sechste Harry Potter Film wird zweifelsfrei wieder Hunderte von Millionen weltweit an den Kassen einspielen und die meisten Fans glücklich machen. Trotz Schwächen ein klarer Pflichtbesuch für alle, die auch nur im Entferntesten etwas mit der zauberhaften Welt der J. K. Rowling anfangen können. Das siebente und (vorerst?) letzte Buch der mittlerweile mehr als gut Situierten Engländerin wird wieder von David Yeates verfilmt und als Zweiteiler in den beiden kommenden Jahren in den Kinos für Umsatz sorgen. |













