| „District 9“ ist ein Science-Fiction-Film, der ohne große Vorankündigungen und große Namen, dafür aber mit dem Rückenwind eines Überraschungserfolgs aus den USA startet. Der von Peter Jackson ( „Herr der Ringe 1-3“, „King Kong“) für seine Verhältnisse mit 30 Millionen Dollar billig produzierte Film, funktioniert als Bastard aus Science-Fiction, Splatter, Mocumentary, politischer Parabel, und könnte auch bei uns der Überraschungsfilm des Sommers werden. In dokumentarischen Rückblenden erzählt Neill Blomkamp (Drehbuch und Regie) in seinem ersten Kinofilm von der Landung der Aliens über Johannesburg, Südafrika vor zwanzig Jahren. Ein riesiges Ufo schwebt seitdem bedrohlich über der Stadt. Nachdem die Aliens das Schiff jedoch nicht verlassen konnten oder wollten, machte man sich mit Spezialkräften daran, das Raumschiff zu öffnen. Im Inneren fand man nahezu verhungerte Aliens vor, die vorerst keine Aggressionen erkennen ließen. Vor den Toren Johannesburgs wurde daraufhin ein Ghetto, District 9, angelegt, das die Aliens bewohnen sollten. Nach den nun vergangenen zwanzig Jahren reicht es aber sowohl den Bürgern Johannesburgs als auch den politischen Machthabern und in einer groß angelegten Aktion sollen die Aliens in ein entfernt liegendes neues Camp verfrachtet werden. Die Durchführung dieser Aktion obliegt der Multi-National United (MNU), einer privaten Organisation, der nicht an dem Wohlergehen der Aliens gelegen ist, sondern die aus deren fortschrittlicher Waffentechnologie Profit schlagen wollen. Das Problem besteht jedoch darin, dass die Technologie nur in Kombination mit Alien-DNA genutzt werden kann und deshalb für Menschen bisher wertlos ist. Wikus van der Merve (Sharlto Copley) wird als Verantwortlicher für die Umsiedlungsaktion bestimmt. Der nicht überhelle, leicht trottelig, aber grundsympathisch wirkende Schnauzbartträger wird dann durch ein Missgeschick vom Virus der Aliens infiziert und mutiert sukzessive zum Alien. Im Bewusstsein, Spekulationsobjekt für die Waffenproduktion zu werden, da er als einziger „Mensch“ die Alientechnologie bedienen kann, macht er sich auf die Flucht und wird zum meistgesuchten Menschen des Planeten. Ausgerechnet in den Aliens findet er schließlich Verbündete, die ihn in „District 9“ verstecken und sich in einem groß angelegten Aktionfeuerwerk eine Schlachtplatte mit dem Militär liefern. „District 9“ ist geradlinig und schnörkellos inszeniert, durchweg spannend und spielt nicht zufällig in Johannesburg, um so auch als politische Parabel verstanden zu werden. Jedoch bietet der Film keine subtilen Anspielungen oder Alternativen, sondern nutzt das Setting als politisch korrekten Spielplatz für ein Aktion-Spektakel. Das gerät dann in der zweiten Hälfte des Films leider etwas konventionell. Wikus, der sich nun zwei Aliens, Vater und Sohn, in Form einer partnerschaftlichen Zweckgemeinschaft angeschlossen hat, kämpft als Outcast um sein Überleben und verhilft seinen neuen Freunden zur Flucht. Zwischen den Aliens, die nicht gerade dem niedlichen Alien-Typus entsprechen und zuvor durchaus als unberechenbar dargestellt wurden, menschelt es nun nach „E.T.“-Manier gewaltig. Der Film wartet auch mit einigen Bad-Taste-Momenten auf, die bei Peter Jackson so nur in seinem Frühwerk zu sehen waren. „Distric 9“ hebt sich mit seinen dokumentarisch inszenierten Bildern, seinem schwarzen Humor, seinen splattrigen Effekten und dreckigen Locations deutlich von massenkompatiblen Hochglanzproduktionen ab und bietet zwei Stunden Spannung. Der Showdown des Films gerät jedoch etwas zu pathetisch und verwässert die in der ersten Hälfte geweckten Hoffnungen. |













